Jäger und Sammler

Kurz vor der Fussball Europameisterschaft bricht allgemein das Fussballfieber aus. (was per se ja jetzt nicht schlecht ist!…) . Die Kaufläden sind voll von Fanartikeln und lässt alles Schwarz Rot Gold einfärben. Neben den üblichen Fahnen und Wimpeln, Trikots und Hüten, gibt es auch (wer kennt sie nicht?) Sammelalben und Sammelkarten. Unser Sohn hat das Fieber gepackt und er interessiert sich für die anstehende EM, lernt Spielernamen und hat nun auch ein solches Sammelalbum.

paniniEr hat riesigen Spass, die jeweiligen Karten den entsprechenden Plätzen zuzuordnen und sie einzukleben. Nach kurzer Zeit folgte dann sogar ein zweites Album, diesmal eines, bei dem man die Karten einklicken und wieder herausnehmen kann. Ich verstehe, dass diese Art aufgrund der Haptik für Kinder natürlich interessanter ist. Und das Tolle und Spannende daran ist, dass man die Karten tauschen kann… An diesem Punkt kam mir die Frage auf, inwieweit dieses Verhalten tiefenpsychologisch oder instinktbasierend auf den „Jäger und Sammler“ der Altsteinzeit zurück zu führen ist…Steckt dieser Frühmensch etwa wirklich noch in uns? Vor ungefähr 1,5 Mio. Jahren schlenderte dieser homo-erectus also quer durch das Land und sammelte alles was von Wert sein könnte und er tragen konnte. Wurzeln, Kräuter, Nüsse, Pilze und irgendwie auch Fussballsammelbilder, fanden sich in einem Sack aus Fell wieder und wurden mit sich herum getragen, in der Hoffnung, sie für etwas anderes, wertvolles tauschen zu können…

Gedanken und Ideen aus dem Leben…

© Christian Heinen

Kinder im Umgang mit dem Internet

Kürzlich bin ich auf eine tolle und interessante Internetseite https://www.klicksafe.de/ gestoßen, als ich mich über das Thema Internetsicherheit (Nutzung durch Kinder) informieren wollte.

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„klicksafe ist eine Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien im Auftrag der Europäischen Kommission. Aktionsfelder des Projektes sind Inhalte/ Qualifikation, Kampagne/ Marketing sowie die Vernetzung bundesweit mit Partnern und Akteuren.“

Die Seite ist gefüllt mit aktuellen Informationen, interessanten Artikeln, praktischen Links und tollen Tipps rund um das Thema Internetsensibilisierung und Sicherheit. Zudem stehen eine Unzahl an praktischen Ratgebern und Leitfäden zum Download bereit. Da unsere Kinder nun langsam in das Alter kommen, in dem der kompetente Umgang mit dem Internet eine nachhaltig prägende Rolle spielt, bin ich froh, diese Seite gefunden zu haben.

Daumen hoch!

©Christian Heinen

Auf Pause geklickt…oder Geschichten aus dem Land „Phantasie“

Die mediale Welt eröffnet uns eine schier unendliche Anzahl von Möglichkeiten, von denen wir täglich eine Vielzahl nutzen. Obgleich ich diese Errungenschaften mit ihren ganzen Vorteilen auch nutze und zu schätzen weiß, so birgt sie auch Gefahren. Setzt man sich dieser berauschenden Welt zu sehr aus und verfällt in den typischen Passivmodus, so kann es sein, dass die eigene Phantasie auf der Strecke bleibt. Bei Kindern ist das noch anders. Da bestimmt noch die Phantasie das Spiel und Leben. Die Welt der kindlichen Phantasie ist ebenso unbegrenzt wie die digitale Welt. In gewisser Hinsicht haben die beiden Welten etwas gemein. Ihren Eskapismus. Wobei man hier unterscheiden muss zwischen Flucht und Verarbeitung und/oder reines Vergnügen. Kinder nutzen Ihre Phantasiewelt einerseits zur Flucht aus der realen Welt, andererseits nutzen sie diese aber auch zugleich, um die Geschehnisse der realen Welt zu verarbeiten. Dieser Phantasiewelt kann man dann z.B. durch das Vorlesen von Geschichten auf die Sprünge helfen. Den Rahmen der jeweiligen Phantasiewelt ergibt sich aus der Geschichte selbst und umschreibt sie mit Ihren farbenprächtigen Facetten und spannungsgeladenen Geschehnissen. Doch die eigentliche Ausschmückung und somit komplette Entfaltung erlangt die Geschichte mit Hilfe der kindlichen Phantasie. Der Vorleser hat durch die Art und Weise wie er vorliest, gewisse Einflüsse darauf und kann sie lebhafter machen. Die Krönung dessen ist, dass sich die Geschichte „echt“ anfühlt, wie Bastian es in der „unendlichen Geschichte“ erlebt. Dann ist das Kinderherz glücklich und zufrieden. Beeindruckend ist, dass Kinder in der Lage sind, diese Phantasiewelt über kurze Zeiträume im Kopf aufrecht zu erhalten und so kann man, wie mit einem „Klick“ auf eine Pausentaste, die Geschichte  anhalten und am nächsten Tag anknüpfend fortführen.

 

©Christian Heinen

Auf Sendung…!

Unruhe macht sich breit. Es ist Abend. Die Teller sind leer (zumindest die der Eltern) und ein ungeduldiges Herumschleichen der Kinder ist zu erkennen. Dann die erlösende Nachricht, die Kinder dürfen fernsehen. Zunächst wird skeptisch beäugt ob die Folge auch nicht schon bekannt ist und begutachtet ob sie gut klingt.

„Yakari“ hat im Moment „Wickie und die starken Männer“ abgelöst und es beginnt ein tiefes Einsinken in die mediale Welt. Völlig abgeschottet von der Außenwelt begeben sich die beiden in die dargebotene Phantasiewelt. Unbeirrt von Nebengeräuschen lassen sich die beiden auf das präsentierte Abenteuer ein.

Wir sind damit völlig im Trend. Der „kika“ ist der zur Zeit beliebteste Fernsehsender. Laut einer Studie schauen 44% der Kinder zwischen Zwei und Fünf Jahren täglich fern. Wobei ich von einer tatsächlich höheren Anzahl ausgehe. Wie dem auch sei, man hat als Eltern eine verantwortungsvolle Rolle besonders

in Bezug auf Medien (und da denke ich dass das Internet eine viel größere „Gefahrenquelle“ ist, als ein Kind vor dem TV Gerät). Einen guten Deal zwischen Nutzung und Verbot zu erschaffen, ist das Ziel ebenso wie die Aufklärung. Und kaum ist die Folge zu Ende, schaltet sich die gemeine Werbung ein und es ertönt sofort von er Couch, „Papa, das ist cool, das will ich auch haben“…Soviel zum Thema „Gefahrenquelle“…

Mit den Worten „die war aber kurz die Folge“ beginnt das abendliche Gerangel um noch ein paar Minuten heraus zu holen…Aber wie sagt man immer; Konsequent sein ist das A und O einer Erziehung. Aber ich leide jedes Mal mit, denn so vertraut ist es mir, wenn man gerade eine brandneue Serie anfängt zu gucken und

gerade dann, wenn es so richtig spannend wird, der Matratzen-Pförtner die Nachtruhe einläutet. Morgen, ja morgen darf ich wieder gucken….Einen schönen Abend noch…

 

Aus dem Leben, von Christian Heinen

© Christian Heinen

to go, alles to go…

„Tut mir leid,….keine Zeit.“ So alltäglich, so normal. Eine sich leicht aussprechende Floskel, passend zum heutigen Leben in der Raserei. So ist doch jeder schon aufgrund angeblich akutem Zeitmangel abgeschoben worden und so erwischt man sich selbst auch immer wieder in dem Versuch, sich Luft machen zu müssen; nach Zeit suchend und doch nicht fündig werdend. Und „warten müssen“ gleicht einer Strafe! Unverstanden ignoriert, motiviert nur durch das Ziel, ein Ende zu ergattern. Das „nicht kratzen dürfen“ wenn es juckt. Die Gesellschaft gleicht einer Autobahn. Ohne Blitzer und Promillegrenze. Wo ist sie hin? Die Zeit? Scheinbar fehlen jedem im Durchschnitt 1-2 Stunden pro Tag. Das entspricht mindestens 700 Millionen Stunden pro Tag allein in Europa. Und das obwohl wir so mobil leben wie nie und uns durch diverse Technik unterstützen lassen. Ein Wandel der Wertigkeit, so drohen Handy und PC schon bald die Geschwisterrolle zu übernehmen.

Allzeit bereit.

Das Leben to go.

 

Ein Gefühl des Tages,

by

© Christian Heinen